Was bedeuten die drei Holsystem-Varianten für die Bürger?
 

Eine mögliche Umsetzung der Biotonne im Landkreis Sigmaringen kann in verschiedenen Varianten erfolgen. Diese unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Pflicht der Haushalte zur Beteiligung:
Warum kann die mögliche Gebührensteigerung für die Bioabfallsammlung je Haushalt nicht genauer angegeben werden?
 

Die Gebühren können einerseits verursachergerecht aufgeteilt werden, wie dies z.B. beim Restmüll über die Verwiegung erfolgt.
Andererseits können über die Gebühren Anreize geschaffen werden, sich aktiv am Abtrennen von Wertstoffen zu beteiligen, wie dies z.B. bei den Recyclinghöfen geschieht, auf denen Wertstoffe kostenlos abgegeben werden können.
So steht im Kreistag nach der Entscheidung, welches Sammelsystem eingeführt werden soll, auch noch die Entscheidung an, wie die Kosten für diese Art der Sammlung aufgeteilt werden.

Beim Bringsystem kann nicht nachvollzogen werden, wie hoch der Anteil jedes Einzelnen am Aufwand der Bioabfallsammlung ist. Daher werden die Kosten auf alle Gebührenzahler umgelegt (vgl. Grüngutsammlung auf den Recyclinghöfen).

Beim Holsystem steht jedem Bürger zuerst einmal grundsätzlich die Infrastruktur der Bioabfallsammlung zur Nutzung zur Verfügung (Müllfahrzeug fährt durch alle Straßen). Der Bioabfall selbst wird, wie der Restmüll auch, verwogen. Nun können die Kosten ausschließlich auf die Nutzer der Bioabfallsammlung verteilt werden oder aber auch zu einem mehr oder weniger großen Anteil auf alle Gebührenzahler umgelegt werden.

In Abhängigkeit davon und ob ein Haushalt eine Biotonne nutzt oder sich von der Biotonne befreien lässt, variiert die jährliche Gebühr. Es gilt:
- Für alle Haushalte steigt die jährliche Abfallgrundgebühr bei Einführung einer Biotonne im Landkreis.
- Zusätzliche Abfallgebühren entstehen für die Haushalte, die eine Biotonne dann konkret nutzen.
Biofilterdeckel ja, aber warum?
 

Sollte im Landkreis Sigmaringen eine Biotonne eingeführt werden, ist ein ganzjähriger Abholrhythmus von 14 Tagen vorgesehen. Dies ist logistisch und personell effizient und spart damit Kosten. Da im Sommer bei entsprechenden Temperaturen in den Biotonnen die Gefahr besteht, dass sich hier Maden und unangenehme Gerüche bilden, plant der Landkreis - sollte die Biotonne eingeführt werden - diese mit sogenannten Biofilterdeckeln auszustatten. Der Biofilterdeckel besteht aus einer umlaufenden Gummidichtung und einem im Deckel der Biotonnen eingelassenen Filter. Der Biofilterdeckel hilft, Gerüche und den möglichen Befall von Maden und Fliegen insbesondere in den Sommermonaten zu reduzieren.
Was ist beim Kompostieren zu beachten?
 

Um bei der Eigenkompostierung hochwertigen und hygienisch unbedenklichen Kompost für den eigenen Garten zu erzeugen und auch der Entstehung von sehr klimaschädlichem Methan entgegen zu wirken, gilt es einige Punkte zu beachten:
Ausführlichere Informationen zur Kompostierung im eigenen Garten finden Sie hier: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/kompostfibel
Die Grenze der Eigenkompostierung ist dann erreicht, wenn im eigenen Garten die Fläche für eine bedarfsgerechte Verwertung des selbst erzeugten Komposts nicht vorhanden ist und so die Gefahr der Überdüngung des Gartens besteht. Die für die Eigenverwertung mindestens benötigte Gartenfläche ist von vielen Faktoren abhängig und die Angaben daher unterschiedlich. Als grobe Orientierung sollte je Person im Haushalt eine Ausbringungsfläche von 100 m² gerechnet werden. Ist die Fläche geringer, sollten die Sammelsysteme des Landkreises genutzt werden.
Was ist kein Bioabfall?
 

Was wird nicht gesammelt? Von allen anderen Abfälle sind verwertbare / recycelbare Abfälle abzutrennen und über den Gelben Sack, die Papiertonne oder die Recyclinghöfe abzugeben. Der Rest gehört in den Restmüll.

Nicht in die Bioabfallsammlung gehören: Verpackte Bioabfälle, Pappe und Zeitungen, (gewachstes) Papier, Glas, Metall, Plastiktüten, Verpackungen, Holzprodukte, Kleintierstreu, Aschen und Ölruß, Leder- und Kleiderreste, Hydrokultur-Substrat, Staubsaugerbeutel, Kehricht, Zigarettenkippen, Windeln, flüssige Speisereste, Getränke, Teebeutel
Was ist Bioabfall?

Was darf/wird gesammelt? Die Bioabfallsammlung im Landkreis Sigmaringen ist für die Küchen- und Speisereste vorgesehen. Die Gartenabfälle sollen wie bisher eigenkompostiert oder zur Grüngutsammelstelle gebracht werden.

Für die Bioabfallsammlung geeignet sind: feste, unverpackte Speisereste (auch Wurst, Käse, Fleisch, Fisch, Gekochtes, Gebackenes, Frittiertes etc.), Gemüse- und Obstabfälle, Kaffeefilter, Topf- und Balkonpflanzen mit Erde, Unkräuter, Wildkräuter, verwelkte Blumen.

Aktuelles

Übersicht Aktuelles

Landkreis Sigmaringen führt Getrenntsammlung von Bioabfällen ein / Pressemitteilung 166/2018 vom 22.10.2018

Der Kreistag hat sich in seiner heutigen Sitzung für die Einführung einer getrennten Sammlung von Bioabfällen ausgesprochen. Das Votum viel dabei breit mehrheitlich aus.

Die CDU-Fraktion wird die Beschlussempfehlung der Kreisverwaltung, eine getrennte Biomüllerfassung einzuführen, unterstützen. Fraktionsvorsitzender Thomas Kugler: „Gleichwohl wei-sen wir darauf hin, dass diese, mit Zwang und Druck durch die Landesregierung von Baden-Württemberg herbeigeführte Entscheidung, nicht unserem Demokratieverständnis entspricht. Minister Untersteller ist es einmal mehr wichtiger seine grüne Ideologie durchzusetzen, als eine bürgerfreundliche Müllgebühr zu erhalten. Durch eine umsichtige und nachhaltige Politik des Kreistags konnte in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Müllgebühr im Kreis Sigma-ringen mehrmals gesenkt und die privaten Haushalte der Kreisbewohner entlastet werden. Die bisherige Verwertung des Biomülls zum Teil über die Kompostierung in den privaten Haushalten und zum Teil über die thermische Verwertung zur Strom- und Wärmeproduktion war nachhaltig und hat sich bewährt. Mit der getrennten Biomüllerfassung wird keinerlei Mehrwert generiert, aber dafür eine deutliche Erhöhung der Müllgebühren für die Kreisbewohner in Kauf genommen. Die steigenden Müllgebühren als „zumutbar“ und „vergleichsweise günstig“ im Verhältnis zum Landesschnitt zu bezeichnen, betrachten wir als zynisch, dreist und respektlos den Bürgerinnen und Bürgern und der bisherigen Politik des Kreistags gegenüber. Man kann nur hoffen, dass diese Form der Politik bei den nächsten Wahlen von den Wählerinnen und Wählern entsprechend quittiert wird.“

Die Fraktion der Freien Wähler stimmte ebenfalls zu. Fraktionsvorsitzende Doris Schröter: “Die Fraktion der Freien Wähler stimmt der Beschlussempfehlung zu. Nicht aus Überzeugung, sondern weil seitens der Landesregierung sehr deutlich gemacht wurde, dass eine Sonderlösung für den Landkreis Sigmaringen nicht akzeptiert wird. Wir halten die erzwungene Einführung der Biotonne, ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Landkreise, für den Landkreis Sigmaringen weder ökologisch noch ökonomisch für richtig. Unser Landkreis hat durch umsichtiges Wirtschaften und an den Bedarf angepasste Abfuhr-systeme niedrige Müllgebühren erarbeitet. Die Argumentation des Ministeriums, dass unsere Müllgebühren im Vergleich zu niedrig sind und eine Steigerung zumutbar ist, ist weder sachgerecht noch wird sie vom Bürger akzeptiert. Um zu verhindern, dass auch noch zusätzlicher Verkehr durch halbleere Lkws mit Biomüll erzeugt wird, werden wir uns vor allem ein Bring-system genauer anschauen.“

Die SPD-Fraktion hält das das bisherige System des Umgangs mit Bioabfällen für den Landkreis Sigmaringen nach wie vor für richtig. Fraktionschef Richard Gruber: „Es leitet an zur Eigenkompostierung, sodass nur unterdurchschnittliche Mengen an Bioabfall dem Restmüll zugeführt werden. Außerdem sieht für uns die Ökobilanz gegenüber einem neu einzuführenden System deutlich positiver aus, gleichgültig für welche der möglichen Alternativen wir uns im Kreistag auch entscheiden. Jedoch werden wir uns – als letzter Landkreis – dem Diktat der vorgesetzten Behörden mit einer möglichen rechtsaufsichtlichen Anordnung beugen müssen. Dem Landkreis bleibt nur, etwas auf Zeit zu spielen und nach der bestmöglichen Alternative zu suchen, ehe ab 2023 ohnehin das neue EU-Gesetz mit der Pflicht zur separaten Sammlung und Verwertung von Bioabfällen greift.

Susanne Scham, Sprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die GRÜNEN: „Wir von Bündnis 90/ Die Grünen unterstützen den Vorschlag der Verwaltung. Die bundesweite Einführung einer Biotonne wurde vor Jahren von einer schwarz-roten Bundesregierung beschlossen. Die Länder sind für die Umsetzung zuständig. Wir haben bereits vor fünf Jahren mit Minister Unter-steller das Thema „getrennte Biomüllsammlung“ kontrovers diskutiert. An der Sachlage hat sich seither für unseren sehr ländlich geprägten Landkreis nichts geändert. Für die Ballungs-räume in Deutschland ist die getrennte Biomüllerfassung überaus sinnvoll, doch bei uns, wo die Mehrzahl der Bevölkerung im Einfamilienhaus mit eigenem Garten lebt, sind wir nicht überzeugt, dass die getrennte Biomüllsammlung mit LKWs ökologisch wertvoller ist, als die Kompostierung im eigenen Garten.

Das Thema Müllvermeidung bleibt völlig außen vor. Im Gegenteil: je mehr Biomüll, um so mehr rechnet sich die getrennte Erfassung. Das ist absolut nicht im Sinne grüner Politik.

Auf Grund des politischen Drucks wird die Verwaltung nun eine für unseren Landkreis sinnvolle Lösung zur separaten Biomüllsammlung in Form eines Bring- oder Holsystems erarbeiten.“

Landrätin Stefanie Bürkle dankte dem Gremium für das eindeutige Votum. „Wir möchten den Gestaltungsspielraum, den uns das Land gelassen hat, aktiv nutzen und die beste Lösung für den Landkreis finden“, so Bürkle. „Das war kein Votum pro Biotonne. Welches Sammelsystem wir einführen, ist noch offen“, betonte die Landrätin immer wieder. Auch verschiedene Bring-Systeme will die Kreisverwaltung untersuchen.

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